Schritt für Schritt zu dem Verein, der wir heute sind
Die Gründung der "Musik" hatte ihren Ursprung in der Kirche. Eine Handvoll Musikanten begleiteten an zahlreichen Feiertagen die Orgel und den Gesang im Gotteshaus. Das gemeinsame Musizieren dieser Bläser gab ihnen den Anstoß, auch bei weltlichen Anlässen in der Öffentlichkeit aufzutreten und Feste und Feiern im Dorf mit Musik zu umrahmen. So kam es im Jahre 1830 zur Gründung einer Musikkapelle.
Matthäus Bilgeri (Müllers) von Riefensberg, wohnhaft in der Parzelle Welzenbühl 91, war der erste Kapellmeister. Er war gelernter Orgelbauer und brachte das notwendige musikalische Rüstzeug für dieses Amt mit.
1847 übernahm der Bauer und Schreiner Franz Xaver Fink das Kapellmeisteramt. Gleichzeitig war er auch Kirchenchorleiter.
Nach gut 30-jähriger Dirigentenarbeit übergab Franz Xaver Fink 1879 den Taktstock an Johann Conrad Dorn. Mit großem Eifer und Talent begann er mit der Schulung der Jungmusikanten. Meist zweimal in der Woche fanden sich die "Lehrlinge" in seinem Hause ein, wo die Proben in der Schreinerwerkstatt oft bis nach Mitternacht dauerten. Mit sich selbst äußerst streng, verlangte er auch von seinen Untergebenen eiserne Disziplin. Bei unbegründetem Nichtbesuch der Probe oder bei selbstverschuldetem Zuspätkommen musste eine Geldbuße in die Vereinskasse bezahlt werden.
Die meisten Musikanten schafften die Instrumente aus eigener Tasche an.
Einen harten Schlag versetzte dem Verein das Kriegsjahr 1915. Von 23 Mitglieder waren 21 im Kriegsdienst. Davon kamen sechs nicht mehr in die Heimat zurück.
Nach 36 Jahren Kapellmeistertätigkeit verstarb Conrad Dorn im Alter von 60 Jahren an einer Lungenentzündung. Leonhard Fink übernahm als neuer Kapellmeister den Verein.
Am 28. März 1921 weihte der damalige Ortspfarrer H. H. Gebhard Sinz die neue Fahne des Musikvereins. Das Amt der Fahnenpatin übernahm Maria Schmelzenbach.
An Fronleichnam 1939 nahm das Musizieren der Kapelle ein gewaltiges Ende. Die Nationalsozialisten verkündeten, dass ab diesem Zeitpunkt die Mitwirkung der Musik an religiösen Feierlichkeiten verboten sei. Erst nach Kriegsende versammelte Kapellmeister Leonhard Fink die verbliebenen Musikanten zusammen und sie begannen wieder zu musizieren.
Leonhard Fink bildete seinen Sohn Gebhard Fink aus, der 1947 als Flügelhornsolist der Musik beitrat. Dieser übernahm 1953 die Dirigentenstelle des Vaters. Der Altkapellmeister schlug die kleine Trommel bis zu seinem Unfalltod im Jahre 1968. Seine aktive Mitgliedschaft dauerte 66 Jahre, davon war er 35 Jahre Kapellmeister.
Im Juli 1955 feierte der Musikverein sein 125-jähriges Jubiläum. Die neue Vereinsfahne erhielt die Weihe und Maria Fehr übernahm die Patenschaft. Fähnrich war Raid Xaver. Gestickt wurde diese Fahne von Frau Agathe Fink.
1954 wurde die alte Uniform durch eine neue graublaue Uniform ersetzt. Dies konnte nur durch die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung sowie durch Verkauf von Nutzholz finanziert werden.
Im Jahre 1968 bekamen wir eine neue Tracht, für die die Gemeinde tief in die Taschen greifen musste.
Der zunehmende Fremdenverkehr brachte es mit sich, dass auch Platzkonzerte, Dorfabende sowie das alljährliche Sommernachtsfest abgehalten.
Ein guter Zusammenhalt und ein bemerkenswertes Leistungsniveau waren die sichtbaren Ergebnisse von Gebhard Fink´s 26-jährigen Kapellmeistertätigkeit.
Nachfolger wurde Kapellmeister Anton Dorn, Enkelkind vom ehemaligen Kapellmeister Conrad Dorn. Die Statuten des Musikvereins wurden geändert und nun durften auch Frauen in den Musikverein eintreten. Die Tracht wurde durch eine neue ähnlich neue Tracht ersetzt, welche von Franz Steurer gesponsert wurde.
Kapellmeister Anton Dorn führte den Verein 17 Jahre lang vorbildlich. Er war insgesamt 43 Jahre lang ein sehr guter und verlässlicher Musikant.
Den Dirigentenstab übergab Kapellmeister Anton Dorn im Jahre 1997 an Kapellmeister Jürgen Wachter. Von 1997 bis 2011 leitete Jürgen Wachter den Musikverein. Neben seiner Tätigkeit als Kapellmeister führte er auch die Jungmusik Riefensberg und war als Musiklehrer engagiert in der Nachwuchsarbeit tätig.
2010 folgte ein weiterer bedeutender Schritt: Für die Frauen wurde das Angelika-Kaufmann-Dirndl angeschafft. Die Dirndl entstanden in der Juppenwerkstatt Riefensberg, bei deren Anfertigung die Musikantinnen selbst mithalfen.
Im Rahmen des Festes zum 180-jährigen Bestehens im Jahr 2010 wurde die neue Vereinsfahne feierlich eingeweiht. Die Patenschaft für die Fahne übernahm Regina
Hirschbühl.
Von 2011 bis 2017 stand Jürgen Surayni (Bregenz, geb. Burgenland) am Dirigentenpult. Auch er leitete die Jungmusik und brachte als Musiklehrer seine Erfahrung
in die Ausbildung der jungen Musikantinnen und Musikanten ein.
Seit 2018 wird der Musikverein von Wolfgang Bilgeri (Hittisau) dirigiert. Gleichzeitig übernahm er die Leitung der Jungmusik und setzte neue Maßstäbe in der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Unter seiner Initiative wurden die Jungmusiken der Gemeinden Hittisau, Krumbach und Sibratsgfäll zusammengeführt. Daraus entstanden die Formationen „Klangwerk“ und „Klangwerkle“.